Videosprechstunde
Die Kurzfassung
Zertifizierte Videokommunikation zwischen Praxis und Patientin oder Patient. Im Verzeichnis sind dazu 3 Produkte erfasst, relevant vor allem für 1 Branchen.
Für die Videosprechstunde gelten eigene Anforderungen an die eingesetzte Software, unter anderem an Datenschutz und Zertifizierung. Praktisch entscheidend ist die Einbettung: Ob die Sprechstunde aus dem Terminkalender heraus startet und die Dokumentation im gewohnten System landet, oder ob ein zweites Werkzeug danebensteht. Für Patientinnen und Patienten zählt vor allem, dass keine Installation nötig ist.
Gebräuchliche Bezeichnungen: Telemedizin, Videosprechstunde.
Das Angebot im Markt
| Produkt | Hersteller | Betrieb | Preis | Geprüft |
|---|---|---|---|---|
| RED Medical | RED Medical Systems GmbH | Cloud | Abo, kein Listenpreis | 10.09.2026 |
| samedi | samedi GmbH | Cloud | auf Anfrage | 10.09.2026 |
| tomedo | Zollsoft GmbH | Cloud | Abo, kein Listenpreis | 10.09.2026 |
Für welche Branchen die Kategorie zählt
Abgrenzung
Die Grenzen zwischen Videosprechstunde und benachbarten Kategorien sind im Markt fließend. Manche Anbieter führen den Bereich als eigenes Produkt, andere als Modul in einem größeren System. Für den Vergleich heißt das: Nicht nur Produkte gegeneinander stellen, sondern auch prüfen, ob eine vorhandene Lösung den Bedarf schon mit abdeckt.
Wer in Betriebe verschiedener Größe zum ersten Mal eine Lösung für Videosprechstunde auswählt, unterschätzt meist, wie stark die Entscheidung von Anschlussfragen bestimmt wird. Diese Übersicht setzt an dieser Stelle an.
Auswahlkriterien
- Datenexport: Die Frage nach dem Export der eigenen Daten gehört vor den Einstieg, nicht an das Ende der Vertragslaufzeit.
- Auftragsverarbeitung: Wo personenbezogene Daten beim Anbieter liegen, ist ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung Pflicht, nicht Verhandlungssache.
- Support: Erreichbarkeit und Reaktionszeit entscheiden im Störungsfall mehr als jede Funktionsliste.
- Schnittstellen: Ein System ohne Anbindung an die vorhandene Landschaft erzeugt Doppelerfassung, statt sie abzubauen.
Woher die Angaben stammen
Bei Übernahmen und Umfirmierungen führen wir den Anbieter, der ein Produkt heute vertreibt, auch wenn es unter einem älteren Namen bekannter ist. Das führt gelegentlich zu Abweichungen gegenüber älteren Marktübersichten und ist beabsichtigt.
Die Liste wächst in Wellen. Ein Produkt kommt dazu, sobald Hersteller, Einsatzzweck und mindestens die Grundangaben belegt sind; vorher steht es nicht in der Tabelle.
Was in den Spalten steht
- Preismodell: Abo steht für laufende Miete, meist je Nutzer und Monat. Kauf steht für eine einmalige Lizenz, in der Regel zuzüglich Wartung. Auf Anfrage heißt, dass der Hersteller keinen Listenpreis veröffentlicht.
- DATEV-Schnittstelle: Dokumentiert heißt, dass der Hersteller eine Übergabe an DATEV ausdrücklich nennt. Nicht dokumentiert heißt nicht, dass es sie nicht gibt, sondern dass wir dazu nichts Öffentliches gefunden haben.
- Prüfdatum: Das Datum sagt, wann wir die Angaben zuletzt gegen die Herstellerseite abgeglichen haben. Es ist kein Erscheinungsdatum und kein Hinweis auf die Aktualität der Software selbst.
Das vollständige Vorgehen samt Testfall für den Software-Finder steht auf der Seite Quellen und Methodik. Quellen und Methodik
Aus der Praxis
Prüfen Sie, wie schnell gesetzliche Änderungen im Standard ankommen. Bei regulierten Themen ist das wichtiger als jede Zusatzfunktion.
Was oft gefragt wird
Werden Anbieter für die Aufnahme bezahlt?
Nein. Die Aufnahme richtet sich danach, ob ein Produkt für das Gewerk eine Rolle spielt. Wo Provisionen fließen können, steht das an der jeweiligen Seite.
Wie viele Arbeitsplätze rechnen sich?
Bei Mietmodellen wächst der Preis linear mit den Nutzern, bei Lizenzmodellen sinkt der Preis je Platz oft mit der Menge. Der Vergleich lohnt über eine Laufzeit von drei bis fünf Jahren, nicht über einen Monat.
Gibt es kostenlose Lösungen?
Vereinzelt gibt es kostenfreie Einstiegsvarianten, meist mit Begrenzung auf einen Arbeitsplatz oder einen Funktionsumfang. Für den produktiven Betrieb in mehreren Händen sind sie selten ausreichend.
Was passiert bei einem Ausfall?
Zu klären ist, welche Verfügbarkeit zugesagt wird, wie der Support im Störungsfall erreichbar ist und ob es einen dokumentierten Ersatzweg gibt. Gerade bei cloudbasierten Systemen ist das der entscheidende Punkt.
Brauche ich eine Branchenlösung oder reicht ein allgemeines System?
Wo gesetzliche Vorgaben oder Abrechnungsregeln im Spiel sind, ist eine Branchenlösung meist der kürzere Weg. Bei rein kaufmännischen Aufgaben kann ein allgemeines System genügen und ist oft günstiger.
Bevor ein Wechsel im Bereich Videosprechstunde ansteht, lohnt der Blick auf das bestehende System: Oft sind Funktionen vorhanden, aber nie eingerichtet worden.
Branchen-Software ist ein unabhängiges redaktionelles Angebot und kein Hersteller. Angaben stammen von den öffentlichen Herstellerseiten und wurden zuletzt am 10.09.2026 abgeglichen. Verbindlich ist die Auskunft des jeweiligen Anbieters.